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B4RT - The friendly Beast
Geschrieben am Samstag, 30.August. @ 03:46:42 CEST von Chris
Foils

 
...wer Dir erzählt, er wisse schon alles über Hybridkites...
...glaub ihm einfach nicht....






 

 

 

Test der B4RT 2.o

Hybridkites haben es in Deutschland nicht ganz so leicht.
Obwohl die gute, alte C-Quad sehr oft verkauft wurde, sind bekennende C-Quad Fans deutlich seltener anzutreffen. Wenig ansprechende Verarbeitung, flugtechnische Schwächen und ein schwieriges Packmaß machen neben den aktuellen Hochleistern nicht viel her.
Wer C-Quad flog, galt oft als Beginner, dem einfach die Kohle für ne richtige Matte fehlte.
Mit der kleinen 2qm großen B4RT könnte sich das ändern....
 

Ziemlich unbemerkt und  unbekannt in unserer deutschen Szene hat sich bei unseren westlichen Nachbarn ein Kite entwickelt, der deutlich mehr Potential besitzt, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.
Ein Packmaß von 1,50 Metern in einer durchdachten Tasche, die sogar Platz für Handels und Schnüre lässt, ist ziemlich ungewöhnlich für einen Hybrid Kite.

Das Geheimnis ist eine Leitkante aus vier Einzelstäben, von denen die zwei Äußeren direkt in der Stabtasche des Kites verbleiben.
Clever gemacht!

Solide Verbinder, gescheite Waageschnüre und eine gute Verarbeitung lassen erkennen, das sich da die Entwickler ein paar sinnvolle Gedanken gemacht haben.

Mittlerer Verbinder im Detail; die Leitstäbe sind für bessere Haltbarkeit an den Ende großzügig verstärkt...

...ähnliches ist an den seitlichen Verbindungspunkten zu beobachten.

Einmal aufgebaut fällt im Vergleich zum neuseeländischem Pendant die deutlich höhere Streckung auf, was das in der Praxis bedeutet, schauen wir uns später noch mal an.

Vorwärts starten und landen kann jeder, aber die kleine, nur 2qm große B4RT lädt geradezu dazu ein, alles mal anders zu machen!

Auf der Leitkante geparkt müssen die Bremsen nur ganz sanft gezogen werden....

....der Kite steigt auf, dreht selbständig in den Wind und nimmt sofort Strömung auf...

....wieder zurück auf die Leitkante geht´s genau andersrum, aber aufgepasst, ganz, ganz sanft mit den Bremsen umgehen....

...mit ein bisschen Übung an den Bremsen, und die sollte man mit der B4RT gut beherrschen, lässt sich erahnen...

...wie wendig und sauschnell der kleine Kite sein kann. Wer allerdings nur über die Steuerleinen fliegt, wird erleben, das sich dabei das Profil verformt und die B4RT abschmiert.

Im Flug fällt sehr schnell auf, das die Waage der B4RT relativ steil eingestellt ist,...

in Verbindung mit der großen Streckung ergibt sich eine Leistung....

...die beachtlich ist. Liegt Strömung an und man versteht es, den Kite mit zügigen Flugmanövern schnell zu machen, glaubt man kaum, das es nur 2 qm sind, die an den Leinen hängen...

Kompliment an Ivar und Willem auch für das schöne Design!

Transport und Aufbau gehen Dank eines durchdachten Konzeptes zügig vonstatten,
Der ganz "normale" Start erinnert ein bisschen an die S-Kites: Vor allem unterpowert gleitet die B4RT aufgrund der steilen Waageeinstellung nur langsam an, um dann nach links oder rechts abzukippen...

....dann allerdings nimmt sie ziemlich zügig Strömung und Geschwindigkeit auf.
Der relativ hohe AR fordert hier wohl seinen Tribut...

Ohne Probleme steigt der kleine Kite in den Zenit, steht stabil und harrt der Dinge die da kommen mögen.....

....und wer sich traut startet ab etwa 4 Bft seinen Buggytörn mit einem Loop und sollte danach nicht vergessen,...den Mund wieder zu schließen..;-)

....einmal schnell gemacht, ist das was der kleine 2qm Hybrid an Leistung abliefert, enorm.
Ohne großartigen Seitenzug und ...

vor allem ohne nennenswerten Lift zerrt die
B4RT fast schon biestig an den Leinen und
liefert auf allen Kursen mehr als akzeptable Leistung...

Aktiv bewegt erreicht das "freundliche Biest" selbst auf der Kreuz gute Leistungen.

Ein Blick nach oben lohnt sich also, wenn ein netter Buggykollege dich gerade überholt,
es könnte sein, das er sich mit dem "Biest" schon angefreundet hat... ;-)

 

Ivar und Willem haben mit Herzblut und Verstand ein Konzept eines Kites umgesetzt, das das Potential hat, auch den deutschen Markt zu beleben. Günstiges Packmaß, hohe Leistung im Buggy und eine attraktive Preisgestaltung sollten die Mittel dazu sein.
Wer glaubt, nur angesichts des günstigen Preises von ca. 95 Euro (zu beziehen übrigens über http://www.hetvliegertje.nl/ ) er hätte es mit einem Einsteigerkite zu tun, irrt. Die B4RT ist vom Handling her sicher nicht so extrem, wie manche Hochleistermatte, aber sie gehört nicht wirklich in die Hand eines Anfängers. Das Potential des Hybrides läßt sich nur mit Erfahrung herauskitzeln und will beherrscht werden; dazu gehört Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Bremsen und ein bisschen Respekt vor der großen Leistung, die bereits diese kleine Größe abliefert.
Wer bereit ist, sich darauf einzustellen, wird mit dem "freundlichen Biest" eine Menge Spaß haben!

Ich persönlich würde mir wünschen, das möglichst schnell weitere Größen auf den Markt kommen, damit der Spaß auch schon bei weniger Wind losgehen kann....